Heinrich Harpprecht Schule Holzgerlingen

Merkmale der sonderpädagogischen Lernförderung

Kleine Klassen
(ca. 8-14 Schüler)

Differenzierung und Individualisierung

Doppelbesetzungen und Einzelbetreuung

Klare verlässliche Strukturen durch wenige konstante Bezugspersonen im Schulalltag
Förderpläne / Lernstandstabellen und regelmäßige Elterngespräche mit Zielvereinbarungen

Anspruch auf Lernförderung

Welche Kinder haben einen Anspruch auf sonderpädagogische Lernförderung?

  • Kinder mit Entwicklungsverzögerungen
  • Kinder mit umfassenden und lang andauernden Lernproblemen

Ursachen hierfür sind:

  • Organisch bedingte Entwicklungsverzögerungen
  • Entwicklungshemmende Umweltbedingungen
  • Schwierige (Schul-) Biographien

SchülerInnen, die in unsere Schule eingeschult werden, verfügen häufig noch nicht über relevante Fähigkeiten und Fertigkeiten, die in der Regelschule als Grundvoraussetzungen für schulisches Lernen erwartet werden. Wir geben den SchülerInnen den Raum, diese Voraussetzungen zu erwerben und einzuüben. 

Unterricht

Regulärer Unterricht

An der Heinrich-Harpprecht Schule unterrichten 21 LehrerInnen inklusive Schulleitung. Drei der KollegInnen sind ganz oder teilweise an unserer Außenklasse der Oskar Schwenk Schule in Waldenbuch tätig.

Unsere Schule wird von ca. 100 SchülerInnen besucht. Sie werden in 8 Klassen unterrichtet, die teilweise jahrgangsübergreifend eingerichtet sind.

Die Struktur des SBBZ orientiert sich an der Grund- und Hauptschule.

Es gibt 9 Jahrgangsstufen:

  • Grundstufe (Klasse 1-4)
  • Hauptstufe (Klasse 5-9)

Der Unterricht am SBBZ ist ganzheitlich und schülerzentriert.

Ein klares Ziel ist es, die SchülerInnen auf alltägliche Situationen vorzubereiten. Sie sollen ein weitgehend selbstständiges Leben führen und alle Anforderungen, die die Gesellschaft an unsere Schüler stellt, bestmöglich bewältigen können.

Zu Beginn steht die individuelle Entwicklungsförderung in kleinen Gruppen mit umfassenden Förderangeboten. Die SchülerInnen werden im Laufe der Schulzeit an das selbstständige Arbeiten herangeführt.

In den Klassen 7-9 bilden die Kulturtechniken, berufliche Praxiserfahrungen sowie unser Kurssystem, welches von den Jugendlichen gewählt werden kann, die drei Grundpfeiler.


Religionsunterricht

In der Grund- und Hauptstufe bilden christliche Grundwerte die Basis für ein gutes Miteinander.

An der Heinrich-Harpprecht-Schule findet christlicher Religionsunterricht als verbindliches Unterrichtsfach statt. Alle SchülerInnen sind dazu eingeladen.

Auf Wunsch der Eltern können Angehörige einer anderen Religion freigestellt werden.

Gemeinsame Veranstaltungen aller Klassen sind z.B. das Adventssingen und der Schulabschlussgottesdienst.

Unterrichtszeiten

1. Std.7:30 - 8:15 Uhr
2. Std.8:20 - 9:05 Uhr
Pause
3. Std.9:25 - 10:10 Uhr
4. Std.10:15 - 11:00 Uhr
Pause
5. Std.11:10 - 11:55 Uhr
6. Std.12:00 - 12:45 Uhr
Pause
7. Std.13:00 - 13:45 Uhr
8. Std.13:45 - 14:30 Uhr

Sozialcurriculum

Das Sozialcurriculum ist ein Leitfaden für soziales Lernen. Es beschreibt die Förderung sozialer und individueller Kompetenzen.

Das Sozialcurriculum wird derzeit überarbeitet und aktualisiert. Die verschiedenen Bausteine, die die soziale Entwicklung der einzelnen SchülerInnen in der Gemeinschaft fördern, werden aufeinander abgestimmt.

Inklusion

In der Inklusion werden SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf an der Regelschule beschult.

Sie werden dabei von SonderpädagogInnen zusätzlich in einzelnen Stunden unterstützt.

Jedes Kind hat einen Anspruch darauf, inklusiv beschult zu werden, wenn dies dem Elternwunsch entspricht.

Im Folgenden finden Sie Informationen darüber, wie Inklusion umgesetzt werden kann.

Unsere kooperative Klasse in Waldenbuch an der Oskar-Schwenk-Schule

  • Die Außenklasse ist eine jahrgangsübergreifende Schülergemeinschaft mit SchülerInnen des SBBZ (Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum) von Klasse 1 bis 9. Jede/r SchülerIn der HHS ist einer altersentsprechenden Partnerklasse der Grund- und Werkrealschule zugeordnet.
  • Je nach ihren individuellen Möglichkeiten nehmen die SchülerInnen teilintegrativ (in manchen Fächern) oder inklusiv (in allen Fächern) am Unterricht der Partnerklasse teil.
  • In den Kernfächern Mathematik und Deutsch werden die SchülerInnen hauptsächlich in der Außenklasse unterrichtet. Hier wird nach dem Bildungsplan des SBBZ gearbeitet. Die Arbeit in Kleingruppen ermöglicht eine individuelle Förderung.
  • Die SchülerInnen der Außenklasse nehmen an allen Schulveranstaltungen, Gottesdiensten, Festen und an der Ganztagesbetreuung der Oskar-Schwenk-Schule teil.
  • Die Struktur der Außenklasse mit ihrer intensiven Kooperation zwischen Regelschule und SBBZ ermöglicht ein gemeinsames Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung.

Inklusion in Holzgerlingen und in Weil im Schönbuch

SchülerInnen der Heinrich-Harpprecht-Schule nehmen vollständig am Unterricht der Berkenschule Holzgerlingen und der Gemeinschaftsschule Weil i.S. teil und werden von einer/m SonderschullehrerIn unterstützt und begleitet.

Berufsvorbereitung

Ab der siebten Klasse findet an der Heinrich-Harpprecht-Schule eine intensive Vorbereitung auf die berufliche Zukunft der SchülerInnen statt.

Diese beginnt mit der Teilnahme an den Oberstufenkursen. In den Kursen werden außerschulische Bereiche, wie zum Beispiel das Kennenlernen von Berufsbildern, eigenständiges Wohnen, den Umgang mit Geld, Theater, Computerkenntnisse, Sport, Musik und Assessment Center thematisiert. Darüberhinaus werden praktische Arbeiten in der Küche und den Werkräumen der Schule durchgeführt.

Ebenfalls in der siebten Klasse nehmen die SchülerInnen an der Kompetenzanalyse Profil AC teil. Die SchülerInnen arbeiten hierbei allein oder in kleinen Gruppen an verschiedenen Aufgabenstellungen. Anschließend wird ein individuelles, ressourcenorientiertes Kompetenzprofil mit persönlichen Stärken und Entwicklungspotentialen erstellt und gemeinsam besprochen. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für eine individuelle Förderung.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Berufsvorbereitung sind die Schülerpraktika. Das erste Praktikum findet Anfang Klasse 8 in Kooperation mit dem Internationalen Bund in Böblingen statt. Die SchülerInnen erhalten die Möglichkeit, innerhalb von 2 Wochen in verschiedenen Bereichen des IB zu arbeiten.

Ende Klasse 8 werden die SchülerInnen auf die Anforderungen im Betrieb vorbereitet und suchen sich anschließend eigenständig oder mit Unterstützung ihrer KlassenlehrerInnen einen Praktikumsplatz für das 9. Schuljahr. Neben den neuen Erfahrungen mit der Arbeit lernen die SchülerInnen auch Tagesberichte anzufertigen und ihr Verhalten und ihren Arbeitseinsatz zu reflektieren.

Das Schuljahr endet mit einer Abschlussprüfung in den Fächern Deutsch und Mathe sowie einer Präsentationsprüfung.

Begleitung beim Berufseinstieg

Seit Beginn des Schuljahres 15 / 16 haben unsere Schüler die Möglichkeit von unserem Berufseinstiegsbegleiter
Herr Rahm individuell begleitet und gefördert zu werden. Die Begleitung ist ab der 8. Klasse möglich und erfolgt bis zum Ende des ersten Halbjahres in der Ausbildung.

Berufseinstiegsbegleitung unterstützt:

  • beim Erreichen des Schulabschlusses durch Sprachförderung, Motivation und Lernstrategien.
  • beim Finden eines passenden Berufes, indem die Stärken jedes Einzelnen mit den Voraussetzungen einiger Berufe abgeglichen werden.
  • bei der Ausbildungsstellensuche und beim Bewerbungsverfahren – dabei werden Stellen im Internet gesucht und eine Bewerbung am Computer erstellt.
  • in den ersten Monaten der Ausbildung mit Themen wie „Rechte und Pflichten des Auszubildenden“, Übungen für eine gute Zusammenarbeit mit KollegInnen und Seminaren zur Kooperation und Kommunikation.
  • bei persönlichen Problemen durch Einzelgespräche und Gruppenübungen.

BerufseinstiegsbegleiterInnen sind bei einem Bildungsträger beschäftigt. Der Internationale Bund, Freier Träger für Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit e.V. wird von der Bundesagentur für Arbeit beauftragt. Gefördert wird diese Maßnahme aus Mitteln der Agentur für Arbeit und des dem Europäischen Sozialfond. Die Anmeldung zur Berufseinstiegsbegleitung erfolgt dabei über die örtliche Agentur für Arbeit.

Agentur für Arbeit

Bei der konkreten Entscheidung, wie es nach der Schule weitergeht, werden unsere SchülerInnen eng von der Agentur für Arbeit begleitet. Ein erster Informationsabend findet Ende der 7. Klasse statt. Daraufhin folgen erste Gespräche mit ihrem Ansprechpartner.

Anfang der 9. Klasse nehmen die SchülerInnen an der Psychologischen Untersuchung teil. Dies ist die Voraussetzung für die Teilnahme an beruflichen Bildungsmaßnahmen nach der Schulzeit, die von der Agentur für Arbeit finanziert werden. Gleichzeitig dienen die Ergebnisse der PU als Grundlage für die Beratung.

Alle SchülerInnen erhalten hierbei individuelle Vorschläge und Angebote für Weiterbildungsmaßnahmen nach ihrer Schulzeit.

Ansprechpartner

Michael Lange
Berufsberater für Rehabilitanden und Schwerbehinderte Menschen
Calwerstr. 6
71034 Böblingen

Tel.: 07031/213-433
Fax: 07031/213-466
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Kooperation Waldhaus

Das Waldhaus bietet für die SchülerInnen der Klassen 7-9 zusätzlich eine erweiterte vertiefte Berufsorientierung an.

Innerhalb des Kurstages gibt es Angebote zum Training sozialer Kompetenzen und berufsrelevanter Schlüsselqualifikationen. Außerdem werden die SchülerInnen unterstützt beim Schreiben von Bewerbungen und bei der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche.

Beim Planspiel in Klasse 9 setzen sich die SchülerInnen konkret mit den Anforderungen beim Bewerbungsverfahren auseinander.

Schulordnung

1. Wir gehen freundlich und respektvoll miteinander um

  • Wir sind höflich und grüßen einander.
  • Wir sind rücksichtsvoll und helfen uns gegenseitig.
  • Wir lassen uns ausreden und hören dem Anderen zu.
  • Wir lachen niemand aus.
  • Wir verwenden keine Ausdrücke und Beleidigungen.
  • Wir schlagen und verletzen niemand.
  • Wir entschuldigen uns und machen den Fehler wieder gut, wenn wir jemand Schaden zu gefügt haben.

2. Wir wollen lernen und erfüllen unsere Pflichten

Wir erscheinen pünktlich zum Unterricht:

  • Nach dem ersten Klingelzeichen gehen alle ins Klassenzimmer.
  • Nach dem zweiten Läuten sind wir im Klassenzimmer.
  • Wir hängen unsere Jacken an die Haken vor dem Klassenzimmer.
  • Wir gehen möglichst in den Pausen auf die Toilette.
  • Wir gehen auf direktem Weg in den Pausenhof.
  • Wir verlassen das Schulgelände während der Unterrichtzeit nur mit der Erlaubnis einer Lehrerin/ eines Lehrers.
  • Wir melden uns bei Krankheit rechtzeitig vom Unterricht ab (Telefon oder Email).
  • Wir erledigen unsere Hausaufgaben und bringen unserer Schul- und Sportsachen mit.
  • Wir gehen mit unseren und fremden Schulsachen sorgfältig um und machen nichts kaputt.
  • Wir achten auf angemessene Lautstärke und stören niemand beim Lernen und Arbeiten.
  • Die Lehrerin/ der Lehrer beendet die Unterrichtsstunde.
  • Wir hören auf die Anweisungen von LehrerInnen und Aufsichtspersonen aller Schulen.

3. Wir halten uns an die Hausordnung

  • Wir halten die Schule sauber und benutzen die Mülleimer.
  • Wir sitzen nicht auf dem Treppengeländer und rutschen nicht darauf.
  • Wir benutzen die Toiletten nicht als Aufenthaltsraum und hinterlassen sie sauber.
  • Wir werfen keine Schneebälle.
  • Wir kleiden uns angemessen und tragen im Schulhaus keine Kappen, Mützen oder Kapuzen.
  • Wir stellen unsere Fahrräder, Cityroller und andere Fahrzeuge am Fahrradständer ab.
  • Wir lassen alle elektronischen Geräte (Handy, MP3 Player) ausgeschaltet in der Tasche.
  • Wir kauen keine Kaugummis.
  • Wir halten uns an das Verbot von aufputschenden Getränken, Alkohol, Zigaretten und Drogen.

Leitbild

Gemeinsam lernen, lachen und leben an der HHS

  • Unsere Schule ist ein Ort, an dem SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern freundlich respektvoll miteinander umgehen. 
  • Wir nehmen die SchülerInnen mit ihrer Persönlichkeit an, mit ihren Stärken und Schwächen. 
  • Wir bieten unseren SchülerInnen verlässliche Beziehungen, wir stärken und fördern sie bestmöglich. 
  • Gemeinsame Aktivitäten innerhalb der Klasse und der Schulgemeinschaft sind uns wichtig. 
  • In unserer Schule sind Gesundheit und Bewegung wichtig. 
  • Wir achten gemeinsam auf eine saubere, ordentliche und einladende Lernumgebung. 
  • Wir bringen neue Ideen in unser Schulleben ein. Gemeinsam legen wir Ziele fest, die wir erreichen wollen. 
  • Wir bereiten unsere SchülerInnen auf das Erwachsensein vor: Auf ihr Leben und auf die Arbeitswelt.

Bildung und Teilhabe

Das Bildungs- und Teilhabepaket soll Kindern aus Familien mit geringem Einkommen ermöglichen, beispielsweise am Mittagessen in der Schule oder im Kindergarten teilzunehmen, falls notwendig, Nachhilfeunterricht zu erhalten, einen Sportverein oder eine Musikschule zu besuchen. 

Zudem können die Ausgaben für Ausflüge und Klassenfahrten, für die Fahrkarte zur Schule und für Schulranzen, Sportzeug und ähnlichem Schulbedarf von staatlicher Seite übernommen werden. 

Anspruch auf solche Hilfen haben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, wenn sie oder ihre Eltern

  • Arbeitslosengeld II bzw. Sozialgeld (Hartz IV-Empfänger) nach dem Sozialgesetzbuch II,
  • Sozialhilfe nach dem Sozialgesetzbuch XII,
  • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz,
  • Wohngeld oder
  • Kinderzuschlag nach dem Bundeskindergeldgesetz

erhalten.

Geschichte der Heinrich-Harpprecht-Schule

1966

Im Jahre 1966 wurde die von der Sonderschullehrerin Frau E. Diener geführte Klasse zur eigenständigen Schulart erklärt. Die Klasse wurde damals von 16 Schülerinnen und Schülern besucht. 

Als Klassenzimmer diente ein Raum in der Gemeindehalle. Von Anfang an gehörten auch die Nachbargemeinden Weil im Schönbuch, Altdorf und Hildrizhausen zum Einzugsgebiet der Schule.

1969

Im Jahr 1969 wurden bereits 51 Schülerinnen und Schüler von 3 Sonderschullehrern unterrichtet.

1970

Die Sonderschule zog in die vordere Berkenschule um.
Bis zum Jahre 1974 stieg die Schülerzahl auf 97 an.

1976

Im Jahre 1976 wurde das neue Sonderschulgelände auf dem Berkenschulgelände eingeweiht. Das anliegende Werkzentrum wird von der Realschule, Grund- und Hauptschule und der Sonderschule gemeinsam genutzt.

1977

Die Sonderschule bekam ihren heutigen Namen "Heinrich-Harpprecht Schule" zum Gedenken an den Holzgerlinger Arzt und Ehrenbürger Dr. med. Heinrich Harpprecht (1878-1966)